Arbeit am Synthese- und Formulierungsroboter, der hilft, maßgeschneiderte Nanopartikel herzustellen.

Mit maßgeschneiderter Nanochemie Entzündungen heilen

Tagung vom 7.-8. September zu zellspezifischen Strategien gegen Entzündungen
Arbeit am Synthese- und Formulierungsroboter, der hilft, maßgeschneiderte Nanopartikel herzustellen.
Foto: Jan-Peter Kasper (Universität Jena)
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Meldung vom: 01. September 2020, 10:49 Uhr | Verfasser/in: Axel Burchardt | Zur Original-Meldung

Eine Tablette „weiß“ nicht, wo sie wirken soll. Sie setzt ihre Wirkstoffe frei, während sie sich auflöst. Damit die Freisetzung möglichst zielgenau am Ort der Er­krankung stattfindet, werden weltweit die besten „Wirkstoffverpackungen“ gesucht. „Viele solcher innovativen Materialien werden in Jena entwickelt und erforscht“, weiß Prof. Dr. Ulrich S. Schubert von der Universität Jena. Der Chemiker und Materialforscher ist Mit­ver­anstalter einer Fachtagung, ausgerichtet vom Jenaer Sonderforschungsbereich (SFB) „PolyTarget“, die am 7. und 8. September an der Jenaer Universität stattfindet. Es geht allgemein darum, wie die zahlreichen Forschungsergebnisse des SFB in die An­wen­­dung übertragen werden können und konkret darum, welche zellspezifischen Strate­gien gegen Entzündungen helfen.

Medikamente zielgerichtet an den Ort ihrer Bestimmung lotsen

Im SFB „PolyTarget“ entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fried­rich-Schiller-Universität und weitere Jenaer Partner seit drei Jahren Systeme, mit denen sich Medikamente zielgerichtet an den Ort ihrer Bestimmung lotsen und die Wirkstoffe punkt­genau dort abliefern lassen, wo sie gebraucht werden. „Für die Anwendungen in der Na­no­medizin brauchen wir verschiedenste neue Materialien“, sagt der Koordinator des SFB Prof. Dr. Michael Gottschaldt von der Universität Jena. „Wir verpacken Wirk­stoffe in win­zige Polymer-Partikel“, erläutert SFB-Sprecher Schubert. „Je nach Wirkstoff und Zielort werden die Partikel hinsichtlich ihrer Funktionen maßgeschneidert. Die ak­tuelle Pandemie macht die Wichtigkeit solcher Strategien für die Behandlung zukünftiger Krankheiten nochmals deutlicher“.

Welche Wirkstoffträger bei Entzündungen einsetzen?

Bei der Tagung werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland darüber diskutieren, welche Wirkstoffträger bei Entzündungen am besten eingesetzt werden sollten und wie dies in der Praxis geschehen kann. Entzündungsreaktionen treten bei verschiedenen Krankheitsbildern auf, beispielsweise bei Infektionen. Die „Medikamente“ durch die in Jena entwickelten Nanopartikel gezielter und damit neben­wirkungsärmer zum Entzündungsort zu bringen, könnte daher Millionen von Erkrankten schneller und nicht zuletzt kostengünstiger heilen. Wie diese Hoffnung zur Realität wer­den und am besten gelingen kann sowie welche neuen Trends es auf diesem Gebiet gibt, wird während der Jenaer Tagung diskutiert.

Kontakt:

Ulrich S. Schubert, Prof. Dr.
Telefon
+49 3641 -9-48560
Raum 111
Philosophenweg 7
07743 Jena
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